Smart Factory – die perfekte Sequenz

SOFTWARE FÜR DURCHGÄNGIGE AUTOMATION UND LOGISTIK

Betriebsübergreifende Logistik, bei der sich Maschinen und Werkstücke über intelligente Schnittstellen direkt austauschen, ist zentrales Thema bei Industrie 4.0. Gemeinsam mit dem Maschinenhersteller Tecauma, der über langjährige Erfahrung bei der automatischen Verglasung und Glasverpackung via Roboter verfügt, ermöglicht A+W-Software den Glaseinbau direkt vom Transportgestell ohne Umwege über Glaspuffer. Lesen Sie, was eine durchgängige Logistik zudem noch leisten kann.

Die Roboter-Verglasung setzt sich in mittleren und größeren Fensterbauunternehmen zunehmend durch. Ab einer Tagesproduktion von rund 200 Scheiben, schätzen Maschinenbauer, lohnt sich der Robotereinsatz. Aktuelle Technologien machen ihn auch für den Mittelstand attraktiv.

So sah es bisher aus: Die automatische Verglasung erfolgt meist aus einem Puffer, in den die Scheiben manuell einsortiert werden müssen. Ist der Puffer bei Einführung der automatischen Verglasung nicht vorhanden, steigen die Investitionskosten erheblich.

Viele Bauelemente-Hersteller möchten daher eine automatische Verglasung ohne die vorherige Einsortierung in einen Glaspuffer umsetzen.

Intelligente Automation verbindet Produktionspartner

Der französische Maschinen- und Roboterhersteller Tecauma (www.tecauma.com) hat gemeinsam mit dem Softwarehaus A+W Konzepte erarbeitet, die es erlauben Verglasungen ohne Glaspuffer umzusetzen. Wie die Roboter-Verglasung direkt vom Transportgestell umgesetzt werden kann, war auf der FENSTERBAU live zu sehen.

Die Verglasung vom Rack kann nur funktionieren, wenn der Tecauma-Glasroboter die genaue Reihenfolge der angeforderten Glasscheiben kennt. Dazu übermittelt der Fensterbauer diese Sequenz mit der Glasbestellung an seinen Isolierglaspartner, der im Idealfall mit einem Tecauma Verpackungsroboter am Linienende arbeitet, sozusagen dem Bruder des Verglasungsroboters.

Mit der Software A+W Rack Optimizer wird die Produktion des ISO-Herstellers so ausgerichtet, dass die Scheiben am Ende der Isolierglaslinie in exakt der geforderten Reihenfolge verpackt werden können, ganz ohne manuelles Handling, ohne aufwendige Kommissionierung.

Der Verpackungsroboter wird über eine Schnittstelle mit den Daten des AW Rack Optimizer „gefüttert“ und stellt die Scheiben materialschonend auf dem Transportgestell ab. Die Abstellreihenfolge entspricht dabei der umgekehrten Entnahmereihenfolge des Fensterbauers.

Sollten technische Restriktionen (z. B. schlechte Reihenfolge von Groß- und Kleinscheiben) die Wunschsequenz verhindern, so kann die Verpackung auf zwei oder mehr Gestelle erfolgen, von denen dann beim Fensterbauer verglast wird. Der Verglasungsroboter beim Bauelemente-Hersteller wird mithilfe der Daten des A+W Rack Optimizer zuverlässig angesteuert.

Es findet ein sogenannter „Software-Handshake“ zwischen Isolierglas-Lieferant und Bauelemente- Hersteller statt, der auch notwendige Änderungen der Sequenz berücksichtigt und automatisch an den Verglasungsroboter übermittelt. Ergeben sich Sequenzänderungen erst beim Fensterbauer, z. B. durch Glasbruch oder Eilaufträge, so berücksichtigt der Roboter auch in diesem Fall die veränderte Situation, damit ohne Zeitverlust weiter automatisch verglast werden kann.

Dazu Dr. Klaus Mühlhans von der A+W Software GmbH, Pohlheim: „Intelligente Schnittstellen zwischen Hersteller und Zulieferern sowie deren Maschinen sind die geheimen Stars in der Welt von Industrie 4.0.

Mit dem A+W Rack Optimizer und darauf basierenden Schnittstellen bieten sich für Maschinen-/Roboteranbieter immer bessere Möglichkeiten zur Automation, auf die die Glasbranche dringend angewiesen ist.“

Mit softwaregesteuerter Logistik zum Endkunden

Der Verglasungsroboter entnimmt die Scheiben in der umgekehrten Verpackungssequenz. Dank der A+W-Software kann er direkt vom Transportgestell verglasen.

Dieser Tecuma-Verpackungsroboter verpackt im Auslauf der Isolierglaslinie mit Hilfe des A+W Rack Optimizer die Scheiben in der Wunschsequenz des Fensterbauers.

Am Ende der Wertschöpfungskette steht der Kunde des Fensterbauers: Die fertig verglasten und verpackten Elemente lassen sich so zeitgenau (just-in-time) zu einer Baustelle oder einem Renovierungsobjekt liefern. Denn die durchgängige Logistik schließt intelligente Lieferprozesse ein und spart so Zeit und Kosten. Erstmals zeigte das Softwarehaus aus Pohlheim auf der FENSTERBAU 2016 den A+W Logistics Optimizer für Fenster und Türen. Mit diesem neuen Tourenplaner können Bauelemente-Hersteller ihren Versand durchgängig planen, abwickeln und analysieren.

Der A+W Logistics Optimizer optimiert die Be- und Entladereihenfolge, die Auslastung der Fahrzeuge und vor allem die Routenplanung, um die Einhaltung der vereinbarten Termine zu garantieren. Die Logistik-Software plant dabei die kürzeste Route und berücksichtigt dabei alle Anfahrtsziele so, dass die benötigten Zeiten maximal reduziert werden (und damit die Kosten). Die Lösung integriert die komplette Lkw-Flotte sowie Routenparameter und analysiert die Fahrzeiten, um zu gewährleisten, dass Lieferungen oder Abholungen innerhalb der geplanten Zeitpläne auch durchgeführt werden können.

Der A+W Logistics Optimizer für Fenster und Türen generiert Reihenfolgen, bei denen Ziele mit hoher Priorität im Voraus beliefert werden können. Routen werden, wenn nötig in Echtzeit mithilfe von GPS-Daten, an den Verkehr angepasst, um so die Liefersicherheit zu gewährleisten. Restriktionen wie zeitraubende Dauerbaustellen, limitierte Durchfahrtshöhen, Maximalgewichte für Brücken etc. werden dabei berücksichtigt.

Mit dem A+W Logistics Optimizer für Fenster und Türen lässt sich eine optimierte Lieferlogistik durch die intelligente Tourenplanung umsetzen.