INNOVATIONSSCHUB MIT A+W SOFTWARE

Veröffentlicht am 09. Dezember 2021

Sind Sie kürzlich mal mit dem Voralpenexpress in einem der modernen ‚Traverso‘-Züge gefahren? Dann haben Sie vielleicht mit Befriedigung registriert, dass Sie unterwegs mit Ihrem Smartphone oder Notebook über hervorragende online-Verbindungen verfügen. Ermöglicht hat Ihnen diese wunderbare Erfahrung ein innovatives Unternehmen aus der Oberpfalz: Die Firma FLACHGLAS Wernberg gehört zu den führenden Anbietern hoch spezialisierter Performance- und Sicherheitsgläser für anspruchsvolle Herausforderungen und ist Marktführer im Bereich intelligenter Fahrzeuggläser, etwa für Schienenfahrzeuge, Busse und Schiffe.

Die Produktpalette der FLACHGLAS Wernberg ist hoch komplex, auch im Bereich Fassaden und Interieurglas. Mit über 600 Mitarbeitern fertigt das Unternehmen Gläser für ambitionierte Verglasungsprojekte, die nur wenige Unternehmen in dieser Qualität, vor allem aber auch mit der erwarteten hohen Liefertreue bereitstellen können. Die wichtigsten Märkte sind Deutschland, die Benelux-Länder, Österreich und die Schweiz.

Marktführerschaft durch stetige Innovation

Der Markt verändert sich mit hoher Dynamik und verlangt zunehmend Funktionsgläser, von denen vor wenigen Jahren noch kaum jemand sprach.

Voralpenexpress `Traverso`mit FLACHGLASconnect-Technologie

Nur hoch innovative Verfahren und Techniken ermöglichen die Realisation immer neuer faszinierender Ideen – das

hat man in Wernberg verstanden. Dazu gehört etwa die Wernberger thermische Bedampfung, ein exklusives Beschichtungsverfahren, mit dem Isolierglas bis zu einem Gewicht von zwei Tonnen beschichtet werden kann; dieses Verfahren ermöglicht außerdem die nachträgliche Beschichtung bereits gebogener Gläser.

Intensive Forschung ermöglicht der FLACHGLAS Wernberg die Fertigung ca. 40 % leichterer Fenstermodule für Schienenfahrzeuge als aktuell gängig. Hochgerechnet auf einen durchschnittlichen ICE senkt das Unternehmen das Gewicht eines Zuges um drei Tonnen Gewicht und trägt so erheblich zur Senkung des CO2-Footprints bei.

Eine der wichtigsten aktuellen Entwicklungen der Oberpfälzer Glasveredler ist FLACHGLASconnect ®, ein Verglasungssystem für Schienenfahrzeuge und Architekturglas, das für problemlosen Mobilfunkempfang und flüssige Internetverbindung ohne zusätzliche Router sorgt. Ermöglicht wird diese tolle Funktion durch eine gelaserte Struktur, das sogenannte ‚Moskitonetz‘, in der metallischen Low-E-Beschichtung der Isolierglaseinheit.

Dahinter stehen hoch anspruchsvolle Technologien, Planungs- und Steuerungsvorgänge sowie eine komplexe Logistik. Dafür muss nicht nur der Maschinenpark, sondern auch die steuernde Software höchsten Anforderungen entsprechen.

Herausforderung Software:
Das Ganze abbilden – Prozesse lenken

Wachsende interne Anforderungen und eine Bestandssoftware, die an ihre Grenzen gestoßen war, führten 2017 zu einem entscheidenden Innovationsschritt im Unternehmen. Seit Mai 2017 arbeitete ein Projektteam aus FLACHGLAS Wernberg-Kollegen und den Softwareexpertenvon A+W mit Hochdruck an der Implementation einer durchgängigen, zukunftsfähigen Softwarelösung, die sämtliche Unternehmensprozesse vom Office über die gesamte Fertigung bis zur Steuerung der Lieferprozesse lückenlos abbilden sollte. Für beide Partner war das FLACHGLAS Wernberg-Projekt eine enorme Herausforderung – es gibt nun mal europaweit und vermutlich weltweit keinen Flachglasveredler mit vergleichbar anspruchsvollen, aber eben auch komplizierten Strukturen.

Dabei wurde die gesamte Organisation auf den Prüfstand gestellt. Sämtliche Abläufe sollten gestrafft, sämtliche Prozesse dynamisiert werden. FLACHGLAS Wernberg wollte wertvolles Material einsparen und durch einen erhöhten Automationsgrad bei verringertem manuellem Handling maximale Qualität sicherstellen.

    Schneidhaus mit Tandem-Remaster, SortJet
    und A+W Production Terminal

    Am offenen Herzen

    Nach sorgfältiger Prozessanalyse und Zieldefinition wurde in Wernberg von A+W eine komplette Systemumgebung aufgebaut. Sie fungierte zunächst als Testsystem, auf dem alle Projektschritte umgesetzt wurden. Neben der Serverumgebung, dem Herzstück des neuen Systems, sorgten über hundert Leitrechner und Kontrollmonitore sowie BDE-Scanner dafür, dass Informationen visualisiert, Maschinen in Echtzeit gesteuert und Prozessschritte registriert wurden.

    Gleichzeitig wurden sämtliche Stammdaten durchforstet und teilweise neu aufgebaut, die gesamte Artikelstruktur angepasst und Produktnamen vereinheitlicht. Artikel werden künftig nach dem A+W Stücklistenkonzept definiert und erfasst – die Auftragserfassung wird sicherer, aber durch die Integration der technischen

    A+W Production Terminal mit Etikettendrucker
    an der Systron CNC-Bearbeitungsanlage

    Auftragserfassung auch anspruchsvoller. Extern zugekaufte Leistungen, etwa der Einbau von Gläsern in Isolierglaseinheiten oder in die Rahmensysteme von Schienenfahrzeugen, lassen sich nun leichter in die Fertigungs- und Auftragsprozesse integrieren („Verlängerte Werkbank“).

    Das neue Softwaresystem ‚kennt‘ das hoch komplexe Produktportfolio von FLACHGLAS Wernberg bis in alle Einzelheiten und Verästelungen – kaufmännisch und technisch. Es steuert die gesamte Maschinenlandschaft. In enger Zusammenarbeit mit den Maschinenherstellern hat A+W die modernsten Schnittstellen der Branche entwickelt, um die Fertigungsprozesse schneller und sicherer zu machen: Denn jede Maschine ist nur so gut wie die Software, die sie steuert.

    Wie in einer guten Ehe

    Natürlich musste während der gesamten Projektdauer das Tagesgeschäft aufrechterhalten werden – nicht zuletzt auch von den Mitgliedern des Projektteams: Es war eine Operation am offenen Herzen des Unternehmens. Die Mitglieder des Projektteams, von FLACHGLAS Wernberg wie von A+W, leisteten Enormes und gingen dabei bis an ihre Belastungsgrenzen – und wurden mit einem erfolgreichen Projektabschluss belohnt. Dazu trug auch die hervorragende Kooperation zwischen den Partnern bei. Rudolf Fleischmann, Teamleiter IT FLACHGLAS Wernberg: „Während des gesamten Projektes haben die Teams von Wernberg und A+W sehr gut und professionell zusammengearbeitet. Es war ein bisschen wie in einer guten Ehe: Wir haben uns schon manchmal gezofft, aber auch schnell wieder zusammengerauft. So haben wir immer gemeinsam konstruktiv und mit höchstem Engagement das Projekt vorangetrieben. Und der wichtigste verbindende Faktor war Vertrauen.“

    A+W Production Terminal mit Etikettendrucker
    an der Systron CNC-Bearbeitungsanlage

    Am offenen Herzen

    Nach sorgfältiger Prozessanalyse und Zieldefinition wurde in Wernberg von A+W eine komplette Systemumgebung aufgebaut. Sie fungierte zunächst als Testsystem, auf dem alle Projektschritte umgesetzt wurden. Neben der Serverumgebung, dem Herzstück des neuen Systems, sorgten über hundert Leitrechner und Kontrollmonitore sowie BDE-Scanner dafür, dass Informationen visualisiert, Maschinen in Echtzeit gesteuert und Prozessschritte registriert wurden.

    Gleichzeitig wurden sämtliche Stammdaten durchforstet und teilweise neu aufgebaut, die gesamte Artikelstruktur angepasst und Produktnamen vereinheitlicht. Artikel werden künftig nach dem A+W Stücklistenkonzept definiert und erfasst – die Auftragserfassung wird sicherer, aber durch die Integration der technischen

    A+W Production Terminal mit Etikettendrucker
    an der Systron CNC-Bearbeitungsanlage

    Monika Schmid, Gesamtprojektleiterin A+W, unterstreicht dieses Statement und weist auf die Pandemie als zusätzliche Herausforderung hin: „Das Projekt war sowohl aufgrund der Komplexität des Produktportfolios als auch wegen der schieren Größe des Standorts in besonderem Maße herausfordernd. Die Geschäftsprozesse wurden im Rahmen der Einführung der A+W-Software vereinfacht und transparenter gestaltet und die Anzahl und Komplexität der Schnittstellen reduziert. Dass die Erreichung dieser Projektziele unter zusätzlich erschwerenden Pandemiebedingungen gelungen ist, war eine tolle Team-Leistung. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal bei allen Beteiligten bedanken.“

    Die Umstellung auf die neue Software führte zu keinerlei Produktionsausfällen, es konnte von Anfang an problemlos zugeschnitten werden. Die hohe Komplexität des Projekts führte allerdings in der Zeit nach der Umstellung zu Reibungsverlusten, die sich zeitweise auch auf die Lieferfähigkeit von FLACHGLAS Wernberg auswirkten. Heute sind diese Probleme bis auf kleinere Baustellen beseitigt. Im Verbund mit den Basissystemen A+W Enterprise und A+W Production sorgt nun ein durchgängig vernetztes System von Leitrechnern, Kontrollmonitoren und BDE-Scannern dafür, dass Informationen visualisiert, Maschinen in Echtzeit gesteuert und Prozessschritte registriert werden. Produktionspapiere werden zum Auslaufmodell. Dank der konsequenten Erfassung jeder einzelnen Scheibe können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Auftragsbearbeitung Kundenanfragen jederzeit zuverlässig beantworten.

     

    Synergien in der Flachglas Gruppe

    Neben FLACHGLAS Wernberg zählen drei weitere leistungsstarke Unternehmen zur Flachglas Gruppe, die sich bei der Entwicklung, Herstellung und Lieferung von innovativen Gläsern hervorragend ergänzen und auch gruppenintern schnell und zuverlässig beliefern. A+W Software ist in der Flachglas Gruppe nicht unbekannt – der ESG-Spezialist GLASPROFI und Flachglas Schweiz arbeiten bereits erfolgreich damit.

    Darin stecken zusätzliche Chancen, aber auch Herausforderungen: Das neue System wird nicht mehr einzelne Unternehmen steuern, sondern nach vollständiger Umsetzung die gesamte Unternehmensgruppe vernetzen und für durchgängige Strukturen sorgen. Deshalb wurden bereits jetzt bei der Anlage des Systems in Wernberg die anderen Standorte berücksichtigt – es wurde eine Struktur vorbereitet, die nach vollständigem Ausbau für zuverlässige Prozesse zwischen den Niederlassungen sorgen wird. Mitarbeiter von GLASPROFI und Flachglas Schweiz unterstützten die Projektumsetzung in Wernberg tatkräftig mit ihrer jahrelangen Erfahrung mit A+W-Software. Damit erreicht die Flachglas Gruppe durchgängig einen Automations- und Digitalisierungsgrad wie nur wenige Glasveredler und Isolierglashersteller weltweit.

    Dialog_11_2021_Flachglas_Wernberg_Gruppenfoto

     

    Stolz auf das erfolgreich umgesetzte Projekt – von links: Melanie Hollweck, Projektteam FLACHGLAS Wernberg;
    Dr. Alexander Trenin, A+W Teilprojektleiter A+W Production; Daniel Zanner, Projektteam FLACHGLAS Wernberg;
    Jasmin Sorgenfrei, FLACHGLAS Wernberg Marketing; Rudolf Fleischmann, Teamleiter IT FLACHGLAS Wernberg;
    Monika Schmid, Projektleiterin A+W; Richard Gröschel, Teamleiter Vertrieb BHI FLACHGLAS Wernberg;
    Jacqueline Linsmeier, Projektteam FLACHGLAS Wernberg; Alfred Cortisse, A+W COO EMEA/APAC; Thea Althaus,
    Senior Sales Manager FLACHGLAS Wernberg; Christian Igl, Projektteam FLACHGLAS Wernberg; Florian Irlbacher,
    Operations Manager FLACHGLAS Wernberg; Martin Biegerl, Projektteam FLACHGLAS Wernberg